‹Moosbrand›
Literatur- und Musikfest
der Stiftung Nantesbuch
13. bis 16. September 2018
‹Es herrschte das schönste Wetter›
Wetter gibt es immer. Im Wetter vereinen sich die Elemente Wasser, Erde, Feuer, Luft. Ob es bewölkt ist oder regnet, hängt davon ab, wie stark die Sonne Boden und Luft erwärmt und wie feucht diese ist. Die Winde und die Wolken waren immer schon Elemente, die die Menschen faszinierten und die sie zugleich fürchteten, sie entziehen sich jeglicher Kontrolle. Im Wasser spiegelt sich der Himmel, die Erde gibt Halt und kann bersten, das Feuer, den Menschen von den Göttern gebracht, muß gehütet und gepflegt werden. Es ist real und zutiefst innerlich: es lodert im Ofen, leuchtet am Himmel und entbrennt in der Liebe. Die Elemente stellen Orte dar, von denen aus sich das Mythische und das Philosophische oder das Anschauliche und das Theoretische als Momente einer sie umfassenden poetischen Erkenntnis erfassen lassen.
Wo die Wissenschaft zu einem analytischen Ergebnis kommt, wo die begründende Sprache der Philosophen aufhört, da beginnt der Dichter zu dichten. Die Zahl vier galt den Phythagoräern als heilig, es war die Zahl der Elemente, der Himmelsrichtungen, der Winde und der Jahreszeiten. Vier Texte, vorgetragen von Schauspielern, bilden den Ausgangspunkt für korrespondierende und kontrastierende Lesungen der Schriftsteller:
Jon Fosse, Ich bin der Wind
Theodor Storm, Der Schimmelreiter
Inger Christensen, Det / Das
Charles-Ferdinand Ramuz, Derborence
